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Mein Plan, Wollreste zu verwerten

Geht es dir auch manchmal so? Du stellst erschrocken fest, dass du mehr Garn im Haus hast, als du je in deinem Leben verarbeiten kannst. Also ich erschrak, vielleicht macht es dich ja glücklich, von vielen wunderbaren Garnknäulen umgeben zu sein. Wolle kaufen, sammeln und zuhause aufbewahren wird von vielen Menschen als ein eigenes Hobby betrachtet.
Nicht von mir. Wolle und Garne sind die wichtigsten Materialien, die ich für meine Leidenschaft brauche. Aber wenn ich vor meinen Regalen stehe, weil ich etwas suche und feststelle, dass da noch Garn liegt, dass ich seit fast 10 Jahren besitze und nichts daraus gemacht habe, werde ich schon nachdenklich.

Ich wollte was tun. Zuallererst habe ich mal aussortiert, also ganz winzige Wollreste und auch sehr kleine Projekte, die ich nie fertig gestellt habe in eine Tüte. Danach habe ich einen leeren Karton gepackt mit Resten, also 50 bis 100 Gramm von Garn, das ich auch nicht weiter verwenden möchte. Den Inhalt dieses Kartons habe ich bei ebay Kleinanzeigen zu verschenken eingestellt, nur für Abholer.
Nach knapp einer halben Stunde wurde alles abgeholt und ich hatte Freude daran, jemanden eine Freude gemacht zu haben. Danach war es leicht, die winzigen Reste wegzuschmeißen. Und innerlich machte sich eine Art Erleichterung breit. Es tat gut, etwas loszulassen

Jetzt schaute ich mir weiter an, was ich so hatte. Und stellte fest, ich habe sehr oft dünnes Sockengarn gekauft von Märkten und von Handfärbern, fast immer nur 100 Gramm- Stränge. Die waren zu wertvoll zum Verschenken, die wollte ich gerne verarbeiten.


Eine Decke kam mir in den Sinn, die sollte so bunt sein wie meine Garne, die ich dann auch doppelfädig verwenden wollte. Danach bekam ich einen Ideen- Stau. Wie sollte sie aussehen? Also gestrickt oder gehäkelt?
Am Stück oder aus Teilen zusammen gesetzt? Ich drehte mich im Kreis, das war schlimm, ich hatte keine Idee.
Dann kam der Alltag dazwischen, ich räumte die Küche auf, sortierte meine Kleidung und reinigte meinen Fußboden. Danach kam ein Anruf wegen etwas ganz anderem und als ich auflegte, wußte ich plötzlich, wie ich es machen wollte.

Ich wollte eine Decke häkeln im Muster C2C. Das heißt “Corner to Corner” also von Ecke zu Ecke. Es handelt sich um Stäbchen- Gruppen, die wie kleine Kästchen gearbeitet werden und die Kästchen der nächsten Reihe werden in die entstehenden Zwischenräume gearbeitet. Es ist ein wenig diagonal. Wenn du das noch nie gehäkelt hast, schau dir Videos an von den bekannten Häklerinnen, die das Muster sehr schön erklären.

Das ist der Anfang, also das 1. Kästchen

Erst dachte ich, wenn ich die Häkelnadel 4 nehme, dann passt das sicher, aber die Struktur wirkte ein wenig hart. Man sollte nicht meinen, wie 2 dünne Fäden, gemeinsam verwendet, so deutlich ihre Eigenschaften ändern. Im 2. Schritt erkennst du sehr gut, wie das geht mit dem Muster

Die 2. Reihe.
Hier erkennst du bereits die 5. Reihe

Und auf diese Art mache ich weiter. Die Kante, die nach rechts neigt, sitzt unten, die andere Kante links. Und während ich daran weiterarbeite, fast nur in meiner freien Zeit, wenn ich Beschäftigung für meine Hände brauche, entwickelt sich ein ganz eigener und persönlicher Farbverlauf. Alle paar Reihen wechsle ich nur 1 Faden, der andere bleibt erhalten. Und jedes mal, wenn ich ein anderes Knäuel auswähle, bestimme ich die Farbkombination, also nur ganz grob, denn wie du auf dem Bild oben siehst, ergibt sich etwas Neues, Unerwartetes.

Genau so oder in der Art kannst du dir aus deinem Stash, also deinem Wollvorrat, Garne und Farben aussuchen und natürlich eine passende Nadelstärke und dann mit dem C2C Muster, das wirklich einfach zu lernen und zu merken ist, eine ganz persönliche Decke häkeln. Als Kniedecke für deinen Platz im Sessel, als Sofadecke oder sehr spektakulär als Bettüberwurf. So bleibst du immer im Flow und nutzt die Garne, die vielleicht vergessen worden wären

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