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Das Eigenleben meiner Kreativität

Kreativität steckt in jedem Menschen, auch in denen, die das nicht für möglich halten. Manche finden nicht sofort einen Ausdruck dafür, dennoch ist sie da, daran glaube ich fest.

Mein Alltag in früheren Zeiten ließ kaum zu, mich um gestalterische Dinge zu kümmern. Doch jetzt ist es da, ich kann es leben und ich bin immer wieder irritiert, auf welche Art ich neue Ideen bekomme und wie die dann noch von aussen her gepuscht werden. Nein, ich habe keinen Coach, der mich begleitet und mir die Richtung weist. Ganz ehrlich, so jemanden hätte ich manchmal gerne an meiner Seite, wenn ich wieder mal nicht weiß, was ich als erstes machen soll.

Ich hatte Häkelideen für eine Badezimmereinrichtung und gliederte sie mir ein wenig von leicht zu schwer.
Dazu habe ich natürlich meine unvermeidlichen Notizbücher immer in Griffnähe Bei der Betrachtung dieser Aufzählung kamen mir die Kosmetik- Pads in den Sinn, schnell und einfach aus Resten gehäkelt.
Einen Tag später fragte mich meine Schwiegertochter, ob ich schon mal Kosmetik- Pads gehäkelt hatte…..
Kreative Gedanken kommen in den ganz großen universellen Topf, und werden zugänglich für alle.

Ich machte mich an die Arbeit mit den Kosmetik- Pads, zuerst ganz einfach, dann kamen schon Variante 2 und 3 dazwischen und ganz zum Schluß wollte noch ein gehäkeltes Säckchen als Aufbewahrung dazu. Was sollte ich machen? Häkeln, hinschreiben, Bilder machen und dann der Welt zeigen. Seit Ende 2018 sind sie als Download- Datei bei @crazypatterns zu haben. Hier findest du sie.

Und natürlich habe ich sie dann meiner Schwiegertochter geschenkt.

Wenn ich mal längere Zeit für mich habe, z. B. im Urlaub und ich dann viel zu Hause bin, gibt es dieses seltsame Phänomen, dass mich meine Ideen derart überfallen, dass ich kaum Luft holen kann. Ich habe noch nicht einmal ausreichend Zeit, alles zu notieren und zu ordnen.
Damit ich nicht durchdrehe, was wirklich selten geschieht … beginne ich irgendwo und suche mir die Projekte aus, die fast fertig sind und schaue nach, was ich dazu schon geschrieben habe und ob es noch Bilder braucht.
Denn ähnlich wie in meinem Kopf sammle ich auch auf dem PC die Fakten, die es braucht, um daraus eine Anleitung zu machen. Sobald eine Anleitung fertig ist und online zur Verfügung steht, gibt es Platz und Luft für mein Gehirn. Ich atme durch, bin stolz auf mich und gebe mir dann Zeit, mich auszuruhen.
Auf diese Art arbeite ich meine dringendsten Projekte ab.

So, und dann kommen sie, neue Ideen, neue Varianten älterer Ideen und andere Möglichkeiten. Fertig mit abarbeiten bin ich ja nie, ich kann dann auch früher angefangene Projekte mal wieder betrachten.
Ist es gut, was ich da angefangen habe, ist es auch umsetzbar und gefällt es mir noch? Manchmal trenne ich dann auf, besonders wenn sich mein ganzes Innerstes sträubt, es weiter zu häkeln. Und ich habe dann wundervolles Garn vor mir liegen, von dem ich immer noch nicht weiß, was es werden soll.
Das sind Momente, an denen ich ganz kurz an mir zweifle, aber dann lege ich das Garn weg und hoffe und wünsche, dass es nach einer angemessenen Ruhezeit zu mir spricht und ich endlich weiß, was ich daraus arbeiten kann.

So ist das eben mir der Kreativität, sie braucht Zeit, Raum und einen langen Atem und einen Flow, damit sie ihre volle Kraft entfalten kann.

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